Der Heilpraktiker für Psychotherapie arbeitet neben den Psychologen und den psychologischen Psychotherapeuten  mit psychologischen Mittel an Menschen,  die an psychischen (seelischen) Erkrankungen leiden oder in Konflikten, Krisen etc. feststecken und Hilfe benötigen. Psychologische Mittel sind Gespräche und übende Verfahren (je nach Therapierichtung).
Um Heilpraktiker für Psychotherapie zu werden müssen Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Seit 1939 besteht in Deutschland die Möglichkeit, ausserhalb eines Psychologiestudiums im Rahmen der Heilpraktikererlaubnis die staatliche Therapieerlaubnis zu erhalten.
Mit dieser Heilerlaubnis für Psychotherapie ist es möglich, eine eigene Praxis für Psychotherapie eröffnen und den Titel „Heilpraktiker/in beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie“ zu führen.

1. Allgemeine Voraussetzungen zur Anmeldung zur Prüfung:
✏︎ Gültiger Personalausweis
✏︎ Geburtsurkunde
✏︎ Alter mind. 24 Jahre
✏︎  mind. einen Hauptschulabschluss mit Schulabgangszeugnis, besser Realschulabschluss
✏︎ Amtliches Führungszeugnis
✏︎ Ärztliches Attest, aus dem hervorgeht, dass Sie körperlich und geistig gesund sind und zur Zeit an keiner akuten Suchterkrankung leiden.

2. Anforderungen für die Prüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie:
Grundsätzlich ist es in Deutschland gesetzlich festgelegt, dass jeder der die Heilerlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz erhalten möchte, sich einer schriftlichen und mündlichen Überprüfung beim zuständigen Gesundheitsamt unterziehen muss. Beide Prüfungen müssen bestanden werden.
In der schriftlichen Prüfung müssen Sie innerhalb von 60 Minuten  von 28 Multiple choice Fragen 21 richtig beantworten, erst dann werden Sie zur mündlichen Prüfung zugelassen, diese erfolgt einige Wochen später und dauert in etwa 45 Minuten. Sie wird ebenfalls beim zuständigen Gesundheitsamt von mehreren Prüfern (in der Regel der Amtsarzt, ein Psychologe oder Arzt) durchgeführt.

3. Anforderungen speziell in der mündlichen Prüfung:
Während die schriftliche Prüfung bei gutem Lernfleiß relativ leicht zu bewältigen ist, sieht es in der mündlichen Prüfung schon ganz anders aus.
Speziell die mündliche Prüfung kann, im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen, nach dem Ermessen der prüfenden Amtsärzte gestaltet werden. Somit sind in Deutschland viele unterschiedliche Anforderungen hinsichtlich der mündlichen Prüfung zu finden.
Generell ist festzustellen, dass sich die Anforderungen an die Prüflinge in den letzten Jahren deutlich erhöhen, was ich gutheiße und auch nachzuvollziehen ist, da die psychotherapeutische Arbeit ein Berufsbild mit hoher Verantwortung darstellt, welches eine entsprechende Fachkompetenz voraussetzt.
Die mündliche Prüfung zeigt bundesweit deutliche Abweichungen bezüglich der Prüfungszeit, dem Schweregrad und entsprechend den Durchfallquoten. So gibt es Prüfungsämter die relativ „leicht“ prüfen und dementsprechend ist es auch einfach dort die Prüfung zu bestehen und es gibt Prüfungsämter, die sehr hohe Anforderungen an die Prüflingen stellen und dementsprechend eine hohe Durchfallquote teilweise bis zu 90% vorweisen.

4. Ziel der Überprüfung ist (Originaltext Heilpraktikergesetz):

„ Die Überprüfung hat sich darauf zu erstrecken, ob die antragstellende Person so viele heilkundliche Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt, dass die Ausübung der Heilkunde durch sie nicht zu einer Gefahr für die Volksgesundheit wird.“

5. Da die Bedingungen und Hindergründe für ein erfolgreiches Abschließen beider Prüfungsmodalitäten immer komplexer werden, ist es in jedem Fall ratsam, für die Vorbereitung zur Heilpraktikerprüfung, die Unterstützung einer Heilpraktikerschule in Anspruch zu nehmen, die sich mit diesen Gegebenheiten der diversen Gesundheitsämter auskennt und diese auch im Unterricht und speziell nochmal in der Prüfungsvorbereitungsphase entsprechend berücksichtigt.
(Mehr dazu unter: Gute Gründe für eine 16-monatige Ausbildung).

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